LEDERVEREDELUNG

Bevor ein Möbelstück mit Leder bezogen werden kann, muss die Lederoberfläche erst vorbehandelt werden.

Der erste Schritt in diesem Prozess ist die Rohleder-Phase.

Schritt 1 - Rohleder

Dies ist ein Begriff für rohes Leder, welches vom Tierkörper abgezogen und dann getrocknet wird.

Das Rohleder wird in die Gerberei gegeben, wo Fett- und Fleischeinlagen von der Haut entfernt werden. Die traditionelle Methode, diese Einlagen zu entfernen bestand darin, die Haut über einen Eichenbalken bzw. den Gerberbaum zu legen und dann mit einem scharfen Messer abzuschaben. Heutzutage übernehmen meistens Maschinen diese Aufgabe, bedingt durch ihre Präzision und Schnelligkeit.

Die nächste Phase ist das Entkälken. In diesem Prozess wird die Haut (komplett mit Haaren) zusammen mit Kalk oder einer Kalziumkarbonatlösung in eine große Trommel gelegt und geschleudert. Somit wird verhindert, dass die Haut verfault. Dieser Prozess bewirkt, dass Haare und alle anderen, noch vorhandenen Eiweißeinlagen löslich werden und dann einfach abgewaschen werden können.

Der überschüssige Kalk wird dann entfernt (Entkälken) und die Haut wird mit einer enzymatischen Beize auf die eigentliche Gerbung vorbereitet.

Schritt 2 - Gerbung

Erfolgte das Gerben früher hauptsächlich in gemauerten Gruben mit wenig Bewegung, werden diese Prozesse heute in drehbaren Fässern aus Holz, Edelstahl oder Kunststoff durchgeführt. Der Aufbau ist ähnlich wie bei einer Waschmaschinentrommel, aber mit einem Fassungsvermögen von mehreren Kubikmetern. Die Haut kommt mit Chromsalzen in ein Bad, die von ihr aufgesogen werden und bekommt dadurch eine blaue Färbung. Dann wird die Haut qualitativ beurteilt. Diese Bewertung wird von erfahrenen Spezialisten vorgenommen, die die Häute für verschiedene Anwendungsbereiche selektieren. Dies ist ein sehr fachkundiger Arbeitsgang.

Das Leder wird nun schichtweise getrennt. Die oberste Lage ist das luxuriöse Anilinleder oder Vollnarben-Leder, die nächste Lage, das Glattleder, welches in der Möbelproduktion am meisten verwendet wird und die niedrigste Lage mit geringerer Qualität ist das Spaltleder.

Eine genaue Stärkenregulierung erfolgt nach der Gerbung durch das "Falzen". Dabei werden durch rotierende Messerwalzen Falzspäne vom Leder abgetragen.

Die Nachbehandlung mit Gerbstoffen (Nachgerbung), Farbstoffen und Fettungsmitteln legt die Eigenschaften für den speziellen Verwendungszweck des fertigen Leders fest. Insbesondere bei der Mineralgerbung bestimmen diese Arbeitsschritte die späteren Ledereigenschaften, dies sind vor allem Weichheit, Dehnbarkeit, Fülle, Wasseraufnahme und Färbbarkeit.

Das Leder wird nun aufgespannt getrocknet, während es einen Spezialofen durchläuft.

Schritt 3 - Oberflächenbehandlung

Durch die Oberflächenbehandlung der Narbenseite kann Leder bestimmte Effekte erhalten. Es kann glänzend oder matt werden. Auch die Widerstandsfähigkeit der Oberfläche kann wesentlich verbessert werden. Die Behandlung erfolgt heute hauptsächlich mit umweltfreundlichen, wasserverdünnbaren Bindemitteln, Pigmenten und Additiven. Der Auftrag erfolgt in mehreren Schichten durch Spritzen, Gießen oder über Walzenauftragsmaschinen (Rollercoater).

Die Schichten werden durch Bügeln, Polieren oder Glanzstoßen geglättet und fest auf dem Leder verankert. Nun ist das Leder bereit für den Versand.

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